Summer Dreaming
Pays de la Téranga...


..., Land der Gastfreundschaft, wird Senegal auch genannt. Warum, habe ich gestern am eigenen Leib erfahren koennen.

Schon Silvester luden mich Rose und André, ein Bruder von Utes Mann, zu sich in ihr kleines Haeuschen ein, um den Tag mit ihnen und ihren schnuckeligen zwei Kindern Bartholomé und Ute zu verbringen und um das richtige senegalesische Leben kennenzulernen.

Gesagt, getan und los gings. 

Gegen 11:30h kam ich in der Behausung an. Ich nenne es so, da es keine Tueren oder Fenster hat und die Decke aus Wellblech besteht, ein Haeuschen, das man in Deutschland nicht mal angucken moechte, so zerbechlich und heruntergekommen wirkt es.

Trotzdem ist die ungewoehnlich kleine Familie weit weniger als arm: Sie haben einen - fuer senegalesische Verhaeltnisse - tollen Garten mit Mango- und Zitronenbaeumen, einen Kuehlschrank und einen Computer und sogar ein Hausmaedchen, das fuer ein Haus mit drei winzigen Zimmern relativ unsinnig ist und scheinbar nur Essen macht.

Nachdem sich klein Ute und Bart auf mich gestuerzt hatten und mir stolz ihr Haus und den Garten vorgefuehrt hatten, wurde ich von Rose ins Schlafzimmer gefuehrt, wo sie mir zuerst ein traditionelles senegalesisches Kleidungsstueck anzog - fuer das ich viel zu fett war! 

Sie rief also eine andere Tochter (Schwester? Tante? Cousine?), Roberta, die mir Kleidung von sich anbot, die auch nicht viel groesser ausfiel. Nicht nur, dass ich hier zu den fetten, laesterwuerdigen Menschen zaehle, ich sah schliesslich auch noch aus, wie eine blau-weisse Wurst, in meinem Tenue Sénégalais. Trotzdem, ich MUSSTE es anbehalten und als ich meinte, ich koennte mich leider nicht mehr bewegen, ging Roberta schnurstracks zum Schneider mit mir.

In der Zwischenzeit war es draussen so heiss geworden, dass man mir zurueck "zu Hause" anbot, doch ein Nickerchen im Ehebett machen zu koennen.

Als ich dankend ablehnte, pflueckte man mir stattdessen eine Frucht, die ich von nun an meine Lieblingsfrucht nenne und die ich versuche, nach Deutschland mitzunehmen, wenigstens eine: Caroussol ist eine Mischung aus Honigmelone, Mango und Birne und schmeckt einfach so goettlich, dass alles andere, was sich mir jeh zuvor auf die Zunge gelegt hat, einfach nur laecherlich dagegen wirkt. Sie ist so suess und saftig und fleischig, dass es mir noch jetzt danach duerstet unbeschreiblich, wie so vieles hier.

Nach diesem leckeren Imbiss gab es schliesslich noch eine Suppe, die extra fuer mich zubereitet worden war, ein Gemisch aus Hirse und Huhn. Leider habe ich seit kurzem immer oefter das Gefuehl, mich beim Essen uebergeben zu muessen, vor allem, seit ich auf dem Markt war. Man weiss nie, was man gerade isst, wer vorher schon darauf rumgeknabbert hat und wie alt das Essen ist. Natuerlich bilde ich mir den Grossteil davon auch ein, aber ich kann einfach nicht anders und staendig spuere ich ein Grummeln im Bauch.

Nach dem Essen war es fuer die Kinder jedenfalls Zeit, eine Dusche zu nehmen. Rose fragte mich, ob ich nicht auch duschen moechte, das erfrischt! 

Auch hier lehnte ich mal wieder ab und war noch mehr verwundert: Wann bekommt man in Deutschland schon mal eine Dusche angeboten und wer geht Freunde bzw. in meinem Fall mir KOMPLETT unbekannte Leute besuchen, um bei ihnen im Ehebett ein Mittagsschlaefchen halten zu koennen?Und wer schenkt einem fremden Besucher einfach so ein Kleidungsstueck, noch dazu ein sehr schoenes, und geht dann auch noch zum Schneider, um es passend naehen zu lassen?

Gegen 18h brachten mich Roberta, ihre Freundin Marie-Thérése und Bart wieder nach Hause. Im Gepaeck hatte ich Obst, die Haelfte des senegalesischen Anzugs (die andere ist noch beim Schneider), eine Kette, Ohrringe und einen Haarreif, dazu einen vollen Magen und viele neue Freunde  

3.1.09 16:33
 


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