Summer Dreaming
Krank

Eigentlich solte der gestrige Tag schoen werden, denn ich hatte ein Stadterkundungsdate mit einer anderen deutschen Praktikantin.

Eine halbe Stunde liess sie mich warten, in der ich die Bekanntschaft eines Marokkaners machte, der nicht aufhoerte, mich zuzubrezeln. Leute, ist es hier denn nicht EINMAL moeglich, gemuetlich am Strassenrand zu sitzen oder zu stehen, ohne, dass einen die Leute volllabern?

Als Usha, so der Name der Praktikantin und neuen Freundin, schliesslich kam, entschieden wir uns, noch einmal zum Markt zu gehen, der gestern, auf Grund des muslimischen Neujahrsfests und Feiertags, relativ ruhig war.

Alles begann wie gesagt ganz schoen: wir bummelten und setzten uns schliesslich in ein nettes Café. Hier vermute ich den Uebeltaeter, denn knapp eine halbe Stunde spaeter wurde mir ploetzlich fuer einige Minuten ganz komisch.

NAch wenigen Minuten war der Spuk aber schon wieder vorbei und Usha und ich bestiegen ein Taxi, dass uns in ein abgeleneres Viertel von Dakar brachte, wo Usha zu einer Theaterprobe eingeladen war und ich mitdurfte.

Die Theaterprobe fand in einem Innenhof einer Grundschule statt und als ich so auf meiner Bank in der warmen Sonne sass, ueberkam es mich ploetzlich wieder, eine Uebelkeit und das Beduerfnis mich hinzulegen und mich nicht mehr bewegen zu muessen.

Ich entschied mich also den Nachhause Weg anzutreten, der gefuehlte 100 Jahre dauerte, da der Taxifahrer ungelogen SIEBEN MAL mit seinem Handy telefonieren musste und zu diesem Zweck jedes Mal anhielt - wenigstens etwas.

Zuhause angekommen legte ich mich mit den dreckigsten Fuessen, die man sich vorstellen kann, in mein Bettchen - mir war alles scheissegal. Etwa zwei Stunden vegetierte ich vor mich hin und konnte mich nicht mehr bewegen, so schlecht und schwindelig war mir.

Irgendwann musste ich aber doch aufs Klo und stand auf - und spuerte sofort, wie mein Mageninhalt - zwei Mandarinen, ein Saft und Erdnuesse - mir hochSCHOSSEN.

Zum Glueck war ich noch rechtzeitig auf dem Klo, denn niemand haette sonst einen Eimer gehabt, der gross genug gewesen waere, mein ganzes Erbrochenes aufzuwischen. Wie im Film brach es fuer bestimmt zwei oder drei Sekunden in einem Strahl aus mir heraus, den ich vorher noch nie gesehen hatte und schliesslich noch ein zweites Mal, bis ich mich wieder ins Bett traute und es mir tatsaechlich besser ging.

Ich nahm also meinen Laptop und einen Film und dachte, ich wuerde beim Gucken einschlafen. Leider Fehlanzeige, denn ploetzlich wurde mir heiss und kalt und ich konnte fast mit ansehen, wie ich Fieber bekam.

Noch eine halbe Stunde vegetierte ich vor mich hin und ging schliesslich zur Familie - die mir sagte, ich haette mich wahrscheinlich von der Kaelte erkaeltet. Aeeehm, jaaa, klar.

Immerhin kuemmerten sie sich gut um mich, tupften meine Stirn ab, kauften mir Wasser und halfen mir, eine Tablette zu finden - die ich schluckte und sofort wieder auskotzte.

Auch die zweite Tablette wollte nicht so ganz in mir bleiben - aber ich habs ja und so nahm ich schon unter Traenen noch eine dritte, die dieses Mal auch nicht wieder rauskam - weder oben, noch unten.

Heute ist mir zwar nicht mehr schlecht, Fieber habe ich aber trotzdem noch, so vermute ich. Auf Raten der Mutter (Schwester? Tante? Tochter?) bin ich ein bisschen spazieren gegangen - d.h. zum Internet Café, was furchtbar anstrengend ist und weshalb ich gleich auch wieder nach Hause gehe, schlafen, vegetieren, heulen. Mal sehen.

9.1.09 18:46
 


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